Pi Radio

Bild: Pi Radio Erinnerungszettel 884

Pi steht für die Radiopiloten, die dieses Radio initiiert haben, als ein Pilotprojekt für Freies Radio in Berlin, hervorgegangen aus dem Pi-Radio e.V., der sich seit Mitte der 90er Jahre dafür einsetzt, Piratenradio zu legalisieren. Pi könnte aber auch für Pioniernachmittag stehn. Schaun wir mal, was sich noch so ergibt.

Über uns

Pi Radio ist ein freies UKW-Radio, das im Süden Berlins auf 88,4 MHz und in der Region Potsdam-Babelsberg auf 90,7 MHz zu empfangen ist. Es sendet auf dem nichtkommerziellen Radioverbund 88vier der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) jeweils Mittwoch und Donnerstag von 19 Uhr bis 6 Uhr am nächsten Morgen.

Pi Radio ist ein Projekt des Radiopiloten e.V., ein Verein, der, beginnend als im Prenzlauer Berg ansässige Initiative, seit 2001 zahlreiche Veranstaltungsradios in Berlin durchgeführt hat, sowie dem Glashaus e.V. - Nutzer der Brotfabrik, einem in Berlin-Weißensee ansässigen Kunst- und Kulturzentrum.

Pi Radio ist ein junges Projekt mit einem alten Namen. Der Verein Pi-Radio e.V. begann schon 1995, Veranstaltungsradio in Berlin durchzuführen. Die Radiopiloten initiierten später temporäre UKW-Projekte wie die Hip-Hop Sommerschule (2001), Funkwelle FM (2008) oder Herbstradio (2009/2010). Am 25. Mai 2010 startete Pi Radio einen kontinuierlichen Sendebetrieb mit der Zielsetzung, ein Freies Kulturradio für Berlin zu schaffen.

Ab 23. Mai 2011 ging Pi Radio in sein zweites Sendejahr auf dem Radioverbund 88vier und wechselte von Dienstag und Donnerstag ab 20 Uhr auf Mittwoch und Donnerstag ab 19 Uhr - jeweils bis 6 Uhr früh.

Ab Mai 2012 erhielt Pi Radio eine zweijährige Sendeerlaubnis, weiterhin für Mittwoch und Donnerstag 19:00 bis 06:00 Uhr. Zudem erteilte die mabb die Erlaubnis, sich im Community Radio Bereich (Mo-Do 19-06 Uhr) mit den drei anderen Partnern intern auf Sendezeiten zu einigen.

Programm

Pi Radio bildet die Vielfalt Berlins im Radio ab und bietet ein Forum für neue Radioformate. Es lädt besonders die Menschen ein, die etwas zu sagen haben, aber kaum oder keinen Zugang zur Öffentlichkeit finden. Momentan beteiligen sich SendemacherInnen aus Polen, Tschechien, Russland, Bulgarien, Niederlande, Frankreich, Spanien, Österreich, Türkei, Großbritannien, Irland, Israel, USA, Argentinien und Deutschland. Das Programm gestalten Arbeitslose, Freiberufler, Kunst- und Kulturschaffende, Clubs, Verlage, Zeitschriften, Internetradios- und blogs, Lesebühnen, Autoren, Schauspieler oder ganz einfach Radiointeressierte. Weiterhin arbeitet Pi Radio mit Schulen und Universitäten zusammen, genauso wie mit Vereinen, Initiativen und kommunalen Einrichtungen. Und ja, auf Pi Radio kommen auch die typischen sogenannten Randgruppen, die in Förderanträgen immer gern angeführt werden, zu Wort: Langzeitarbeitslose, Schulabgänger, Homosexuelle, Immigranten, Obdachlose und Menschen mit Behinderung - Klassifizierungen dieser Art sind für Pi Radio unerheblich. Zudem soll auch der Programmaustausch mit anderen Community-Radios erwähnt werden, z.B. mit Radio Corax Halle oder FSK Hamburg.

Pi Radio bietet ein vielfältiges Musikprogramm mit einem Fokus auf unbekannte und unerhörte Musik fernab des Mainstreams. In Berlin ansässige Bands und MusikerInnen erhalten bei Pi Radio die Möglichkeit, ihre Musik im Radio zu veröffentlichen. Die Wortbeiträge der Sendungen haben unterhaltenden, informativen oder experimentellen Charakter.

Politische Themen finden sich hauptsächlich im tagesaktuellen Magazin „Berliner Runde“ wieder, wo vermehrt auf (lokal-) politische Ereignisse Bezug genommen wird. Allerdings gestaltet sich der Anteil an politischen Themen im Gegensatz zu Themen kultureller Art etwas geringer. Pi Radio ist deshalb nicht unpolitisch. Allein schon durch seine Existenz zeigt Pi Radio eine politische Haltung: indem es Öffentlichkeit auf seine eigene Weise mitgestaltet.

88vier

Pi Radio teilt sich die Frequenzen 88,4/90,7 MHz mit verschiedenen anderen Radioveranstaltern, die alle unterschiedliche Interessen haben, und mittendrin sendet ALEX - Offener Kanal Berlin. Im Vorfeld der erstmaligen Ausschreibung der Frequenzen (bis Mai 2010) sprachen sich die Radiopiloten für ein Freies Kulturradio Berlin aus, unter dessen Dach die einzelnen Radiogruppen hätten senden können. Der Medienrat beschloss aber, dass alle Antragsteller einzeln berücksichtigt werden, dafür aber unter dem Dach der Medienanstalt senden. Das Ganze heißt 88vier und wird von der mabb koordiniert.

Im Vorfeld der Neuausschreibung des zweiten Sendejahres 88vier (bis Mai 2011) setzten sich die Radiopiloten erneut für einen unabhängigen Community-Radio-Bereich ab täglich 18 Uhr ein, den die dort sendenden Gruppen intern verwalten können. Der Medienrat bot die Möglichkeit für einen Community-Radio-Bereich ab 19 Uhr an, sofern sich vorab die alten Abend-Gruppen auf ein gemeinsames Modell einigen (die drei neu hinzugekommenen Gruppen wurden von der mabb zu diesen Gesprächen nicht eingeladen). Fazit: der Pi Radio Vorschlag wurde von den anderen Gruppen abgelehnt; letztere sprachen sich dafür aus, dass der Medienrat weiterhin einmal im Jahr entscheiden soll, wer wann wie viel sendet.

Immerhin ein Erfolg für Freies Radio in Berlin-Brandenburg: ab 23. Mai 2011 sind drei Radioveranstalter neu zur 88vier hinzugekommen: Colaboradio (Bootlab), Studio Ansage (F-Hain) und Frrapo (Freies Radio Potsdam) - drei Gruppen, mit denen vielleicht auch, durch ihre eher "freie" Ausrichtung, etwas mehr Zusammenarbeit möglich sein wird.

Ab Mai 2012 befürwortete die mabb bei der 3. Ausschreibung 88vier den beantragten Community Radio Bereich (Mo-Do 19-06 Uhr). Hier können nun Colaboradio, Frrapo, Pi Radio und Studio Ansage etwas flexibler intern agieren.

Ab Mai 2014 befürwortete die mabb bei der 4. Ausschreibung 88vier den beantragten Community Radio Bereich (Mo-Do 19-06 Uhr) erneut.

Es muss nicht immer Pi sein. Wir besinnen uns auf unsere Wurzeln: Pi - die unberechenbare Konstante.